Kamera mit Weitsicht

Sicherheit spielt eine immer größere Rolle in deutschen Haushalten. Dabei geht es um Einbruchschutz, aber auch der einfachen Raumüberwachung. So kann Frauchen von unterwegs schauen, ob der Liebling noch brav im Körbchen liegt oder ob noch alles im Heim in Ordnung ist. Spezielle Kameras für dieses Aufgabengebiet gibt es viele. Die DCS-8100LH vom Hersteller D-Link ist eine solche Überwachungskamera für Innenräume, die mit einigen speziellen Highlights punkten kann.

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Technische Daten

So liefert die Kamera (Aktueller Preis: EUR 119,90) ihre Bilder immerhin in halber HD-Auflösung (720p), kann aber auch auf niedrigere Auflösungsstufen umgestellt werden. Das ist wichtig, wenn der heimische Internetanschluss im Upload nicht schnell genug ist, aber extern auf das Gerät zugegriffen werden soll. Das eingebaute Mikrofon liefert sogar Ton dazu, die Kamera kann aber bei Tonereignissen auch eine Alarmmeldung veranlassen. Auch ein Lautsprecher ist verbaut. Der dient der Kommunikation, also dem Ansprechen einer Person im zu überwachenden Raum. Beeindruckend ist der angegebene Überwachungsbereich von 180 Grad. Damit sollte praktisch jeder Raum vollständig überblickbar sein, was natürlich ein wichtiges Feature für eine Überwachungskamera ist. Zusätzlich zum reinen Live-Bild kann die Kamera auch Video aufzeichnen. Dies geschieht nicht lokal, sondern direkt in die Cloud im Internet. Alternativ können Aufnahmen aber auch ohne Zugriff auf das Internet gespeichert werden. Hierzu hat D-Link einen SD-Karteneinschub verbaut. Die Kamera verfügt übrigens auch über einen Nachtsichtmodus auf Infrarot-Basis. Damit lassen sich auch völlig abgedunkelte Räume problemlos überwachen.

Einrichtung

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Zunächst muss die Kamera eingerichtet werden. Das klappt schnell und problemlos über die App „mydlink“. Achtung, es gibt zwei Apps mit diesem Namen. Eine App in zwei Versionen mit dem Namen „mydlink Lite“ und „mydlink+“ sowie eine andere mit dem reinen Namen „mydlink“. Letztere ist die korrekte App für die Kamera. Der Einrichtungs- und Registrierungsprozess ist selbsterklärend. Zur schnellen Einbindung der Kamera arbeitet D-Link mit einem beigelegten QR-Code. Aber auch manuell ist eine Einrichtung möglich. Soll in die Cloud aufgezeichnet werden, muss anschließend noch ein passendes Abo-Modell ausgewählt werden. Hier gibt es eine Free-Version sowie drei verschiedene kostenpflichtige Modelle. In der Free-Version werden Aufnahmen immerhin 24 Stunden in der Cloud aufbewahrt und können bei Bedarf in dieser Zeit auch heruntergeladen werden. Wer mehr benötigt, der greift zu einem der drei kostenpflichtigen Abos. Gespeichert werden die Videos dabei DSGVO-Konform auf Servern in Irland, wie uns auf Nachfrage beim Hersteller versichert wurde. Ist alles eingerichtet, kann es auch sofort losgehen. Die Kamera wird übrigens ausschließlich drahtlos in das heimische Netzwerk eingebunden. Das ist besonders bequem, so muss nur das Kabel vom Netzteil an die Kamera angeschlossen werden. Als idealen Punkt suchen wir uns einen leicht erhöhten Aufstellort für die Kamera in einer Zimmerecke. Damit lässt sich der komplette Raum am besten abdecken. Natürlich kann die Kamera auch fest an die Wand montiert werden. Hierzu liegt dem Set auch das entsprechende Montagematerial bei.

Erste Versuche

Wir aktivieren bei der Kamera im Anschluss die Bewegungs- und Tonerkennung, lassen die übrigen Einstellungen aber zunächst unverändert. Das stellt sich schnell als nicht so gute Idee heraus, zumindest wenn man im betreffenden Raum anwesend ist. Denn nun wird jede Bewegung und jeder lautere Ton zum Anlass genommen, eine Aufnahme in die Cloud zu starten und zeitgleich eine Pushnachricht auf das Smartphone zu schicken. Das nervt schon nach kurzer Zeit. In den globalen Einstellungen der App kann diese Benachrichtigung komplett abgeschaltet werden, was allerdings auch nicht im Sinne des Erfinders ist. Schließlich wollen wir unterwegs sehr wohl informiert werden, wenn sich Zuhause etwas tut. Zum Glück gibt es hierfür aber eine praktische Lösung. Diese nennt sich bei D-Link „One-Tap“.

Profile mit One-Tap erstellen

Hinter dieser nützlichen Funktion verbirgt sich eine clevere Anwesenheitssteuerung. Hier gibt es beispielsweise ein Profil „Zuhause“ und ein Profil „Unterwegs“. Die Profile können nun so eingestellt werden, dass die Kamera keine Meldungen mehr sendet und auch nichts in die Cloud aufzeichnet, so lange man sich Zuhause befindet. Es gibt sogar einen „Privacy-Modus“, der zusätzlich auch das Live-Bild der Kamera abschaltet. Wird hingegen das Profil „Unterwegs“ aktiviert, schaltet sich die Kamera wieder komplett scharf und meldet dann auch Ereignisse wieder. Leider gibt es aktuell noch keine Möglichkeit, den Moduswechsel zu automatisieren. Möglich wäre dies über eine Auswertung der GPS-Position. Befindet man sich in der nahen Umgebung des eigenen Heimes, wird auf „Zuhause“ geschaltet, ansonsten auf „Unterwegs“. Möglicherweise wird ja eine solche Funktion später noch in der App nachgerüstet. Was auch jetzt schon funktioniert sind Zeitpläne. Man kann also festlegen, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten die Kamera in welchem Modus laufen soll.

In der Praxis

Im Praxisbetrieb arbeitet die Kamera gut und zuverlässig. Insbesondere die Bildqualität und vor allem der wirklich beeindruckende Aufnahmewinkel überzeugt uns. Im direkten Vergleich mit dem ganz ähnlichen Kamerasystem von Smartfrog (den Test finden Sie hier) wirkt das Bild deutlich klarer und detailreicher. Hier gibt es keinen Grund zur Kritik. Nicht ganz so gut funktionierte im Test anfangs die automatische Umschaltung zwischen dem Tag- und Nachtmodus. Insbesondere an etwas trüberen Tagen schaltete die Kamera sehr häufig zwischen den beiden Modi hin- und her. Eigentlich ist das kein wirkliches Problem, allerdings löst die Kamera gleichzeitig bei jedem Wechsel automatisch eine Bewegungsaufnahme aus. Als Ergebnis bekommen wir als unterwegs wieder häufig Fehlmeldungen und entsprechend viele unnötige Videos in der Cloud. Die Ursache für das Problem lag in der Position der Kamera in einem kleinen Raum. Hier störte die Kamera mit ihrem großen Erfassungsradius offenbar unsere seitliche Wand, die stark reflektierte. Nachdem wir die Position der Kamera verändert hatten, klappte dann auch die Umschaltung korrekt.

Fazit

Das System von D-Link hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Bis auf die anfänglichen Probleme bei der automatischen Tag/Nachtumschaltung, die letztlich aber auch gelöst werden konnten, waren keine größeren Schwächen festzustellen. Beeindruckt hat uns die gute Bildqualität aber vor allem auch der Aufnahmewinkel des Systems. Fair ist auch die Cloud-Aufzeichnung mit der kostenlosen 24-Stunden-Vorhaltung. Hier greifen manche vergleichbare Mitbewerber schon kräftig zu.

Bildquellen:

  • DCS-8100LH_Side_Right: (c) Dlink
  • Screenshot_20181004-120633_Google Play Store: (c) Screenshot Dlink
  • Screenshot_20181004-082109_mydlink: (c) Screenshot Dlink
  • Screenshot_20181004-082140_mydlink: © Screenshot DLINK
  • JPEG_DCS-8100LH_Front: (c) Dlink