Neue Überwachungskamera DCS-8300LH von D-Link im Test

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Wenn es um Sicherheit in den eigenen vier Wänden geht, kommt der Nutzer über kurz oder lang auch zum Thema Videoüberwachung. Denn mittlerweile bieten zahlreiche Firmen kleine Überwachungskameras mit Netzwerkanbindung zur Raumüberwachung an, die sich auch bequem von unterwegs aus aufrufen lassen. Die neue Netzwerkkamera DCS-8300LH von D-Link ist so ein Exemplar. Schon auf den ersten Blick fällt dabei das außergewöhnliche Design auf. Doch das ist längst nicht alles, was die Indoor-Überwachungskamera zu bieten hat.

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Flexible Montage

Dank ausgeklügeltem Klappdesign ist die Kamera sehr flexibel, was den Aufstellort angeht. Sie kann problemlos auf Schränken oder in Regalen aufgestellt werden oder ohne zusätzliches Montagematerial (abgesehen von Schrauben und Dübeln) ebenso simpel an der Wand oder sogar der Decke befestigt werden. Hierzu hat D-Link an der Unterseite zwei Führungen für Schrauben angebracht. Die Kamera selber ist zusätzlich dreh- und klappbar, so dass eine individuelle Blickwinkelkorrektur problemlos zu bewerkstelligen ist. Die Winkelkorrektur zum Beispiel bei der Deckenmontage um 180 Grad kann daher mechanisch erfolgen und braucht nicht über die App erfolgen. Die Stromversorgung erfolgt über einen Mini-USB-Stecker in der aktuellen Norm (USB-C). Dabei hat D-Link auf ein ausreichend langes Kabel am Netzteil geachtet. Alternativ ist auch der Betrieb an einem USB-Anschluss mit handelsüblichem USB-C-Ladekabel möglich.


Ausstattung

Bei den technischen Daten fällt vor allem der großzügige Blickwinkel der Kamera auf. Mit 137°-Weitwinkelobjektiv reicht diese problemlos zur kompletten Raumüberwachung aus. Die Auflösung ist mit 1080p-Sensor (Full HD) zeitgemäß und verspricht ein sauberes Bild. Selbstverständlich lässt sich die Auflösung aber in der App auch herunterregeln, zum Beispiel, wenn die Geschwindigkeit des Internetanschlusses höhere Datenraten nicht zulässt. Selbstverständlich verfügt die Kamera auch über eine Infrarot-Nachtsichtfunktion, die sich auf Wunsch automatisch aktiviert und über leistungsstarke eingebaute Infrarot-Leuchtdioden realisiert wird. Eine in der Empfindlichkeit einstellbare Bewegungserkennung erlaubt eine effektive Raumüberwachung. Zwei-Wege-Audio, Cloud-Aufzeichnung und lokale Videofunktion auf SD-Karte oder Mobiltelefon runden den positiven Ersteindruck bei der Ausstattung ab.

Installation

App-Startbildschirm mit Live-Ansicht der Kamera

Die Ersteinrichtung der Kamera ist simpel: Zunächst muss der Nutzer die kostenlose App „mydlink“ herunterladen und die Kamera mit dem Netzteil verbinden. Anschließend wird die Kamera darüber mit dem heimischen WLAN verbunden und bei Bedarf in der Cloud angemeldet. Letzteres macht durchaus Sinn, denn in der kostenlosen Grundversion legt die Kamera Videoschnipsel bei einer erkannten Bewegung in der Cloud ab und stellt das Video für 24 Stunden zur Verfügung. Wer mehr möchte, kann auf kostenpflichtige Optionen zurückgreifen. Neben der Aufnahmefunktion erlaubt die Kamera selbstverständlich auch den Zugriff auf ein Livebild. Hier waren wir sowohl von der Auflösung als auch der Weitwinkelfunktion begeistert. So funktioniert eine Raumüberwachung richtig. Auch ein Lautsprecher ist verbaut. Der dient der Kommunikation, also dem Ansprechen einer Person im zu überwachenden Raum. Wer übrigens keine Daten in die Cloud senden möchte, kann auch den Micro-SD-Kartenschacht nutzen. Hier können Aufnahmen auch ohne Zugriff auf das Internet auf einer SD-Karte gespeichert werden.

In der Praxis

Wir aktivieren bei der Kamera im Anschluss die Bewegungserkennung, lassen die übrigen Einstellungen aber zunächst unverändert. Das stellt sich schnell als nicht so gute Idee heraus, zumindest wenn man im betreffenden Raum anwesend ist. Denn nun wird jede Bewegung zum Anlass genommen, eine Aufnahme in die Cloud zu starten und zeitgleich eine Pushnachricht auf das Smartphone zu schicken. Das nervt schon nach kurzer Zeit. In den globalen Einstellungen der App kann diese Benachrichtigung komplett abgeschaltet werden, was allerdings auch nicht im Sinne des Erfinders ist. Schließlich wollen wir unterwegs sehr wohl informiert werden, wenn sich Zuhause etwas tut. Zum Glück gibt es hierfür aber eine praktische Lösung. Diese nennt sich bei D-Link „One-Tap“.

Profile mit One-Tab erstellen

Hinter dieser nützlichen Funktion verbirgt sich eine clevere Anwesenheitssteuerung. Hier gibt es beispielsweise ein Profil „Zuhause“ und ein Profil „Unterwegs“. Die Profile können nun so eingestellt werden, dass die Kamera keine Meldungen mehr sendet und auch nichts in die Cloud aufzeichnet, so lange man sich Zuhause befindet. Es gibt sogar einen „Privacy-Modus“, der zusätzlich auch das Live-Bild der Kamera abschaltet. Wird hingegen das Profil „Unterwegs“ aktiviert, schaltet sich die Kamera wieder komplett scharf und meldet dann auch Ereignisse wieder. Über einen Zeitplan lassen sich im Übrigen auch Funktionen automatisieren. So kann beispielsweise zu Anwesenheitszeiten der Privacy-Modus aktiviert werden, damit die Kamera dann keine Aufnahmen macht. Leider gibt es aktuell noch keine Möglichkeit, den Moduswechsel zu automatisieren. Möglich wäre dies über eine Auswertung der GPS-Position. Befindet man sich in der nahen Umgebung des eigenen Heimes, wird auf „Zuhause“ geschaltet, ansonsten auf „Unterwegs“. Auch in den Zeitplänen kann kein Moduswechsel initiiert werden. Möglicherweise wird ja eine solche Funktion später noch in der App nachgerüstet.

In der Praxis

Im Praxisbetrieb arbeitet die Kamera gut und zuverlässig. Insbesondere die Bildqualität und der Aufnahmewinkel überzeugt uns. In der Grundeinstellung ist die Bewegungserkennung allerdings deutlich zu empfindlich eingestellt, so dass wir häufig Fehlalarme bekamen. Nachdem wir die Empfindlichkeit heruntergeregelt hatten, funktionierte das dann aber besser. Bei Bedarf lassen sich auch Bereiche von der Bewegungserkennung ausnehmen, so dass beispielsweise ein Haustier keine Meldungen mehr auslöst. Den Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Aufnahmen und auch das Livebild haben wir übrigens nicht nur lokal im Heimnetz, sondern auch unterwegs – sofern sich das Smartphone in einem ausreichend schnellen mobilen Netzwerk befindet. Als nicht ganz so vorteilhaft erweist sich die Kipp- und Drehmechanik der Kamera bei fester Montage. Denn die Kamera lässt sich bei Wand- oder Deckenmontage nicht mehr im nach rechts oder links verdrehen. So muss der Nutzer vorher genau testen, in welcher Position die Kamera angebracht werden muss, um den Raum korrekt zu erfassen. Nachträgliche Korrekturen sind dann nur noch in der Vertikalen und der Horizontalen, nicht aber dem Blickwinkel nach rechts oder links korrigieren. Ansonsten aber arbeitete die Kamera in der Praxis völlig problemlos.

Cloud-Betrieb

Grundsätzlich bekommt der Nutzer schon bei der Einrichtung der App die Möglichkeit, Videos auch in der Cloud zu speichern. Dies ist eine praktische Alternative zum Ablegen auf einer SD-Karte, denn so sind Aufnahmen in der Regel schon in der Cloud, bevor ein Einbrecher das System zerstören und die Karte entwenden kann. Da dies in der Grundversion sogar kostenlos ist, gibt es gleich einen Grund mehr, die Cloudaufzeichnung zu aktivieren. Dort werden die Aufnahmen 24 Stunden lang gespeichert und werden dann automatisch gelöscht. Bis zu 3 Kameras können schon in der kostenlosen Variante angemeldet werden. Soll es noch komfortabler sein, kann der Nutzer entweder auf Basic (7 Tage Speicherung, 3 Kameras für 2,49 €), Premium (14 Tage Speicherung, 5 Kameras für 4,99 €) oder Pro (30 Tage Speicherung, 10 Kameras für 9,99 €) umsteigen. Neben den Monatsabos gibt es hier auch nochmals günstigere Jahresabos. Selbstverständlich lassen sich dort gespeicherte Aufnahmen bei Bedarf (zum Beispiel zu Beweiszwecken) auch herunterladen und lokal speichern.

D-Link bietet neben der Free-Version auch umfangreichere Cloud-Leistungen gegen eine Gebühr an

Fazit

Mit der DCS-8300LH hat D-Link erneut seine Spitzenposition im Segment der Cloud-Kameras unter Beweis gestellt. Die Kamera punktet mit einer guten Auflösung und einem ausreichenden Blickwinkel zur Raumüberwachung. Auch die Konstruktion zur wahlweisen Festmontage oder dem Aufstellen auf Schränken oder Regalen erweist sich – abgesehen von kleinen Tücken bei der Wand- oder Deckenmontage – durchaus als praktisch. Gerade bei der Aufstellung ist eine schnelle Änderung der Position simpel zu bewerkstelligen. Lob gibt es auch für den in der Grundversion kostenlosen Cloud-Dienst, der auf Wunsch eine Aufzeichnung im Netz ermöglicht, die dann weltweit erreichbar ist.

Bildquellen:

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