Smartfrog: IP-Kamera mit zertifizierter Sicherheit

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Die Horrormeldungen sind allgegenwärtig: Eine IP-Kamera, die ohne Passwortschutz ins Internet streamt, gekaperte Komponenten aus dem Internet-of-Thinks (IoT) oder Webseiten mit ganzen Linksammlungen von frei im Netzwerk sendenden Kameras, die teilweise ohne Wissen des Nutzers intimste Bereiche des eigenen Heims für alle zugänglich zeigen. Doch das muss nicht sein. Viele Hersteller bemühen sich um einen höchstmöglichen Schutz der Privatsphäre durch verschlüsselte Übertragung, sichere Passwörter und zertifizierte Rechenzentren. Der Anbieter Smartfrog hat sich das Thema Sicherheit dabei so auf die Fahnen geschrieben, dass er kürzlich seine smarte IP-Kameralösung sogar von Deutschlands größten unabhängigen Anbieter für IT-Sicherheitstests (AV-Test) per Zertifikat als sicher eingestuft wurde. Das System bekam im Test drei von drei möglichen Sternen. So wird die Übertragung bei Smartfrog per SSL (AES 256 Bit) verschlüsselt und auch auf dem Server werden die Videodaten verschlüsselt abgelegt. Nur der Nutzer selber, der im Besitz des privaten Schlüssels ist, hat Zugriff auf seine Aufzeichnungen. Daneben erfolgt die Speicherung in zertifizierten Rechenzentren und nicht wie bei anderen Anbietern auf Cloud-Servern im Ausland. Durch die Wahl eines sicheren Passwortes kann der Nutzer ebenfalls dazu beitragen, dass die Sicherheit vor unbefugtem Zugriff auf die sensiblen Videodaten gegeben ist. Neben dem Thema Sicherheit legt Smartfrog aber auch Wert auf Komfort bei der Bedienung. Wir haben uns das Konzept und die Technik dahinter einmal genauer angeschaut.

Kompakte IP-Kamera

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In einem ungewöhnlich kleinen Karton wird die Smartfrog geliefert. Die kleine Kamera in den Unternehmensfarben orange und weiß kann dabei schon rein optisch überzeugen. Diese lässt sich dabei wahlweise an einen passenden Ort aufstellen oder mittels Wandhalterung befestigen. Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil mit Micro-USB-Stecker. Steht eine USB-Buchse von einem dauerhaft in Betrieb befindlichen Gerät (zum Beispiel ein Router) zur Verfügung, können die 5 Volt auch darüber bezogen werden. Die Linse der Kamera lässt sich übrigens drehen und somit den örtlichen Gegebenheiten ideal anpassen. Die kleine IP-Kamera löst in 720P HD auf. Die Auflösung beträgt also 1280 x 720 Bildpunkte und entspricht einem TV-Gerät mit der Bezeichnung HD Ready. Das reicht für die meisten Zwecke problemlos aus. Das Einsatzgebiet für die niedliche Kamera ist dabei natürlich in erster Linie im Überwachungsbereich zu finden, dank eingebautem Mikrofon und Lautsprecher ist die Kamera aber auch prima als Babyfon nutzbar.

Einrichtung

Hauptbildschirm der installierten App

Die Installation der Kamera ist denkbar einfach. Nach dem Aufbau muss lediglich die passende App auf Smartphone oder Tablet installiert werden. Anschließend muss ein Konto eingerichtet und die Kamera nach Anleitung in der App eingebunden werden. Selbstverständlich lassen sich auch mehrere Kameras anmelden und sogar eingebaute Kameras älterer Smartphones oder Notebooks als Überwachungskamera mit nutzen. Wir begnügen uns allerdings mit der einzelnen Kamera und konnten diese binnen weniger Minuten betriebsbereit machen. Die Einbindung in das heimische Netzwerk erfolgt ausschließlich per WiFi. Das hat den Vorteil, dass kein extra Netzwerkkabel verlegt werden muss. Allerdings ist dann auch eine ausreichende WLAN-Versorgung am Aufstellort erforderlich. Sind diese Hürden genommen, kann die Kamera in der App per Livestream abgerufen werden. Selbstverständlich ist dies nicht nur in den eigenen vier Wänden sondern auch unterwegs möglich. Auch der Sprachkontakt ist möglich: Die Kamera liefert auf Wunsch den Ton via App und nach Druck auf das Mikrofonsymbol kann auch gesprochen werden. Eine Sinnvolle Funktion beispielsweise bei Verwendung als Babyfon. Selbstverständlich sind auch Aufzeichnungen in die Cloud möglich. Aber auch zur Beobachtung von Haustieren, als Sicherheitslösung für ältere Menschen oder klassische Überwachungskamera lässt sich das praktische System einsetzen.

Abo-System

Beim Abo geht das Unternehmen übrigens neue Wege. Denn die Kamera muss nicht zwingend gekauft werden, sondern ist im Abo-Preis in Höhe von monatlich 5,95 Euro bereits enthalten. Dafür wird die Kamera kostenlos geliefert und auch Versandkosten fallen nicht an. Das Abo ist dabei jederzeit monatlich kündbar. In den ersten 24 Monaten müsste im Falle einer Kündigung das Gerät allerdings an den Anbieter zurückgeschickt werden. Erst danach geht es in das Eigentum des Nutzers über. Werden gleich mehrere Kameras bestellt, gibt es Rabatt. Im Abo-Preis ist auch der Cloud-Videodienst mit einer Vorlaufzeit von 24 Stunden enthalten. Das bedeutet: Sämtliche Aufzeichnungen der letzten 24 Stunden sind auf Abruf verfügbar. Dabei zeichnet die Kamera praktisch permanent in die Cloud auf, markiert allerdings zusätzlich Stellen, an denen eine Bewegung erkannt wurde. Wahlweise kann auch eine Geräuscherkennung aktiviert werden. Innerhalb der App sind erkannte Bewegungen oder Geräusche nochmal als Einzelclips abrufbar, über das ebenfalls verfügbare Webinterface geschieht das über eine praktische Timeline. Wenn die Zeitspanne nicht ausreicht, kann der Nutzer auch jederzeit per Upgrade auf 7 Tage für 9,95 Euro oder auf 30 Tage für 19,95 Euro aufstocken. Diese Preise verstehen sich ebenfalls inklusive kostenloser Kamera. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Kamera direkt zu kaufen. Dann sind im Kaufpreis von 149 Euro bereits 4 Stunden Cloud-Aufzeichnung dauerhaft kostenlos enthalten. Auch hier kann auf längere Zeiten aufgestockt werden, nämlich 24 Stunden für 2,95 Euro, 7 Tage für 5,95 oder 30 Tage für 14,95 Euro. Rein rechnerisch ist der Nutzer allerdings in jedem Fall mit dem Mietkauf-Abo wie oben beschrieben besser beraten. Die Philosophie des Unternehmens dahinter ist übrigens, auch finanziell schwächeren Nutzern die Nutzung des Internets der Dinge zu ermöglichen.

Clips herunterladen

Vom aufgenommenen Bereich können jederzeit Clips über das Webinterface auf den eigenen PC heruntergeladen und damit dauerhaft gesichert werden. Auch eine Zeitrafferfunktion haben die Entwickler eingebaut. Damit lässt sich bei Bedarf ein längerer Aufnahmebereich komprimiert in einem kurzen Clip zusammenstellen. Im Betrieb klappte das alles weitgehend einwandfrei. Lediglich im Browser Chrome hatten wir etwas Probleme mit der Timeline, da sich der Mauszeiger nie genau auf den Cursor positionieren ließ, sondern immer etwas daneben auftauchte. Das machte die Bedienung etwas schwierig. Bei Mozilla Firefox hingegen funktionierte alles einwandfrei. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis dieses kleine Browser-Problem durch ein Update behoben wird.

Webapp mit weiteren Komfortfunktionen

Im Betrieb

In der App können verschiedene Parameter konfiguriert werden

Die App lässt sich überraschend einfach bedienen. Auch die Kamera selber kann individuell eingerichtet werden. So kann beispielsweise auch das Status Licht an der Kamera abgeschaltet werden, falls die LED-Signalisierung stört. Auch Empfindlichkeiten und Alarmeinstellungen sind individuell konfigurierbar. Selbst die Zeiten, in denen die Kamera Videos in der Cloud speichert, lassen sich einstellen. Beworben wird die Kamera übrigens auch mit einer Nachtsichtfunktion und einem 8-Fach-Zoom. In der Tat liefert die Kamera im Dunkeln dank eingebauter Infrarotbeleuchtung recht brauchbare Bilder, die dann aber natürlich nur Schwarz/Weiß sind. Der im Prospekt so positiv beworbene Zoom entpuppt sich allerdings nicht als optischer sondern digitaler Zoom. Daher lassen sich zwar Details näher heranholen, das aber geht deutlich auf Kosten der Bildqualität. Bei Nutzung der kompletten Zoomfunktion ist vom Bild nicht mehr allzu viel zu erkennen. Es empfiehlt sich also ein permanenter Betrieb im Weitwinkelmodus, um die optimale Bildqualität zu behalten. Uns hat das System von Smartfrog sehr gut gefallen. Die App funktioniert tadellos und auch das Webinterface lässt sich sehr gut bedienen. Bis zur Umstellung der Webapp auf HTLM 5 empfehlen wir allerdings, Mozilla Firefox als Browser für diese Zwecke zu verwenden. Auch das Abo-System ist dank kostenloser Kamera gar nicht so verkehrt. Die ersten 24 Monate werden damit praktisch nur die Kosten für die Hardware abgezahlt. Neben der sehr guten Benutzerführung und ausgeklügelten Steuerung kann das System auch Nutzern ans Herz gelegt werden, die großen Wert auf Sicherheit legen. Dank ununterbrochener Verschlüsselung entpuppt sich Smartfrog nämlich als „Fort Knox“ unter den IP-Kameras.

Bildquellen:

  • Smartfrog_Cam_sRGB: © Smartfrog Ltd.
  • Screenshot_20170724-100635: © Screenshot/Mike Bauerfeind/Smartfrog Ltd.
  • Clip_Speichern: © Screenshot/Mike Bauerfeind/Smartfrog Ltd.
  • Screenshot_20170724-100653: © Screenshot/Mike Bauerfeind/Smartfrog Ltd.
  • Reception room: © Smartfrog Ltd.

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